D.I.Y. zwischen Punk und PayPal

„D.I.Y.” soweit das Auge reicht: auf Märkten, in radikalen Nähzirkeln und natürlich auf den obligatorischen Online-Marktplätzen.Von der selbstbewussten Punk Attitude der 1970er Jahre (3 Gitarrengriffe ergeben einen Song – reicht doch!) ist heute nicht viel übrig geblieben. Inzwischen hat sich D.I.Y. eher als Synonym für oft kleinteilige handwerkliche Heimarbeit durchgesetzt und wird eher mit Baumarkt als mit aktiver Gesellschaftskritik assoziiert.

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Vielen gilt D.I.Y. auch als Alternative zur klassischen Erwerbsarbeit, gerade junge, oft gutausgebildete Frauen bestücken Dawanda und Co und bieten ihre „mit Liebe gemachten“ Unikate zu Preisen an, die häufig kaum die Unkosten der Herstellung decken dürften.

Selbstverwirklichung zum Preis der Selbstausbeutung?

Während Autoren wie Holm Friebe in der „Marke Eigenbau“ revolutionäres Potential wittern, geißeln andere die bewusste Eigeninitiative als Selbstausbeutung und ungewolltes Pendant zur staatlichen Forderung nach mehr Eigenverantwortlichkeit (Ich-AG). Die Hamburger Diskurs-Mucker Tocotronic haben diese Frage für sich längst beantwortet und beschworen ihre Zuhörer unlängst in ihrem Song „Macht es nicht selbst“, sich lieber auf die wichtigeren Dinge des Lebens zu konzentrieren.

Ganz so einfach machen wir es uns nicht und diskutieren die Frage, wo D.I.Y. zwischen Punkattitüde, Gesellschaftskritik und Geschäftsmodell einzuordnen ist, mit unseren Gästen. Das Gespräch wird wie immer durch filmische Inspirationen ergänzt und maßgeblich durch die Beteiligung des Publikums geprägt.

Die Gäste:

 Stefanie Müller (Künstlerin, Musikerin und Sozialwissenschaftlerin, Initiatorin von rag*treasure)

Miriam Paulsen (Initiatorin und Besitzerin von TSCHAU TSCHÜSSI)

Stefan Hölldobler (Gründer von diefabrik)

Moderation:

Luc-Carolin Ziemann

Wann und Wo: 28. Mai 2013, 19:00 Uhr, Galerie für Zeitgenössische Kunst

Weitere Info zum Thema >blackbox< unter: www.blackboxproject.de

>blackbox< wird In Kooperation mit Weiterdenken – Heinrich Böll Stiftung Sachsen und der Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig organisiert und durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen gefördert.

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