>black box< Vol. 7: Zwei Mütter – Kinderwunsch als Spießrutenlauf

In der kommenden Veranstaltung widmen wir uns einem Thema, das unlängst für viel Aufsehen gesorgt hat: die Frage danach, wer definieren darf, wer eine Familie sein kann. Anders ausgedrückt: die Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften.

In Frankreich folgten unlängst auf gesetzgeberische Versuche der Gleichstellung große homophobe Demonstrantionen, in Deutschland wird das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Ehegattensplittung für Lebenspartnerschaften kontrovers diskutiert, während es gleichzeitig vom Gesetzgeber konsequent vermieden wird, das Thema Adoption durch lesbische und homosexuelle Paare anzusprechen.

Homosexuelle Paare mit dem Wunsch nach Kindern stehen in Deutschland vor einem Problem. Sowohl Adoptionen als auch die künstliche Befruchtung findet in einer rechtlichen Grauzone statt und ist keineswegs gesellschaftlich akzeptiert.

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Hinter den Ressentiments steht häufig ein konservatives Familienbild, das keine Ausnahme von der vermeintlichen Regel “Vater-Mutter-Kind” zulässt. Dabei ist aus der Regel längst die Ausnahme geworden und diese Entwicklung hat ein Bedeutungs-Vakuum hinterlassen, um das nun erbittert gerungen wird.

Im Rahmen der Ausstellung “Hausgemeinschaft (family affairs)”, die zeitgleich in der GfzK stattfindet und flankierend zum dazugehörigen Filmprogramm zeigen wir in der >black box< den preisgekrönten Film

„Zwei Mütter“ Regie: Anne Zohra Berrached, Deutschland 2013, 75 min.

 

Katja und Isabella wollen ein Kind zeugen. Doch das ist weniger einfach, als sie denken. Wie viele lesbische Paare in Deutschland müssen sie feststellen, dass die meisten Samenbanken und Kinderwunschkliniken es aus rechtlichen Gründen ablehnen, gleichgeschlechtliche Paare zu behandeln. Für das Paar beginnt ein Spießrutenlauf durch Kliniken und Internetforen während dem beide manchmal fast vergessen, dass am Anfang dieses Weges ein gemeinsamer Wunsch stand.

Im Anschluss findet ein Gespräch mit Regisserin Anne Berrached und Susanne Hampe (queerkids Leipzig) statt. Wie immer ist die Beteiligung aus dem Publikum erwünscht!

19. Juni 2013, 19:00 Uhr, Galerie für Zeitgenössische Kunst

Eintritt: 2,00 EUR

>blackbox< wird In Kooperation mit der Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig organisiert und durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen gefördert.

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